Ceuta

Zaun Nacht

 

Ein Stück Europa in Afrika

Ceuta ist neben Melilla eine spanische Exklave an der nordmarokkanischen Küste. Die Kleinstadt liegt geographisch in Afrika, gehört aber zu Spanien und ist damit Teil der Europäischen Union. Seit den 1990er Jahren versuchen dort Migranten irregulär auf europäischen Boden zu gelangen.

Das süße Gefängnis

Ceuta, ein Städtchen mit rund 75.000 Einwohnern, ist eine der letzten Bastionen spanischer Vorherrschaft auf dem afrikanischen Kontinent und wird von Spanien behütet wie ein Augapfel. Im Jahre 2005 wurden die Grenzzäune um Ceuta erhöht und mit Stacheldraht und Überwachungskameras ausgestattet. Der Zaun sollte der wachsenden Zahl irregulärer Einwanderer ein Ende und damit ein klares Zeichen setzen: die ‚Festung Europa‘ ist nicht einzunehmen. Auch auf politischer Ebene wurden Maßnahmen ergriffen, um den Weg auf europäischen Boden zu erschweren. Spanien verschärfte sein Immigrationsgesetz, laut dem sich alle im Asylverfahren befindlichen Personen eigentlich frei im Land bewegen dürfen,  und verabschiedete für die Exklaven Ceuta und Melilla eine Ausnahmeregelung. Dieser zufolge dürfen Migranten die Exklaven auch während der Prüfung ihres Asylantrags nicht verlassen. Und das kann dauern. Damit ist Ceuta keine temporäre Transitstation, sondern Ort eines unfreiwilligen, oft jahrelangen Aufenthaltes – ein ‚süßes Gefängnis‘, wie viele Migranten sagen.

Migration – der lange Weg

Die Wege, die viele Menschen beschreiten, um nach Ceuta zu kommen, sind weit und oftmals lebensgefährlich. Einige schaffen es, den Zaun zu überqueren, so wie Sekou. Andere zahlen viel Geld an Schlepperbanden, die sie versteckt im Auto unter dem Armaturenbrett über die Grenze schmuggeln, wie bei Babu. Wieder andere versuchen um die Abgrenzungen herumzuschwimmen, oder im Schlauchboot überzusetzen, wie Blade Cyrille. Doch am Ende dieser Mühen steht nicht das Ende der Reise – sondern das Warten.

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