C.E.T.I.

Ceti Blick hoch zu Wohnraum weit

 

Im Auffanglager für Migranten – ein Heim auf Zeit

Migranten in Ceuta werden im Centro de Estancia Temporal de Inmigrantes (C.E.T.I.) untergebracht. Das staatliche Auffanglager wurde im Jahr 2000 eingerichtet, nachdem im Laufe der 1990er Jahre immer mehr junge Menschen in den Wäldern Ceutas ihr Lager aufschlugen. Das C.E.T.I. soll die Migranten mit dem Nötigsten versorgen, bis ihr Status administrativ geklärt ist. Sie erhalten drei Mahlzeiten, medizinische und psychologische Betreuung, und Spanischunterricht. Für die Nacht stehen Mehrbettzimmer zur Verfügung, in denen bis zu 10 Leuten untergebracht sind. Das C.E.T.I. ist ein offenes Angebot, d.h. es ist nicht verpflichtend, dort zu leben. Einige Migranten, wie eine Gruppe Inder, haben es vorgezogen, in einem Lager im Wald zu leben. Da es aber in Ceuta kaum Arbeit  und Möglichkeiten gibt, sich selbst durchzuschlagen, bleiben die meisten Migranten im C.E.T.I..

Leben unter Beobachtung

Auch wenn im C.E.T.I. die grundlegenden Bedürfnisse abgedeckt sind, fühlen sich die Migranten durch die ständige polizeiliche Bewachung unter ständiger Beobachtung. Die oft unpersönliche psychologische und medizinische Betreuung kann viele in der Bewältigung der traumatischen Erlebnisse der Reise nicht halfen. Bei der Enge im Zusammenleben sind Konflikte zwischen den Migranten vorprogrammiert, besonders im Sommer, wenn bei ruhiger See fast täglich neue Migranten in Ceuta ankommen.

Das geheime Lager

Werden auf offener See Migranten aufgegriffen, wird oft versucht, sie zuerst in Ceuta anstatt in Einrichtungen auf dem Festland zu bringen. In der kleinen Exklave Ceuta ist der Weg auf den Kontinent versperrt und die Migranten können nicht untertauchen und sich auf eigene Faust durchschlagen. Menschenrechtsorganisationen wie die spanische NGO CEAR kritisieren, dass der spanische Staat Ceuta und insbesondere das für temporären Aufenthalt konzipierte C.E.T.I. so als dauerhafte Internierungslager ausnutze.  Das C.E.T.I. ist dafür ausgelegt, rund 500 Menschen für einen temporären Zeitraum zu beherbergen. Doch die Realität sieht anders aus: die Zimmer sind überfüllt. Viele Menschen bleiben nicht nur Tage oder Wochen, sondern Jahre und Monate im C.E.T.I.. Auch wenn Asylanträge abgelehnt wurden, warten im C.E.T.I. die Menschen oft jahrelang, was mit ihnen geschehen wird. Unter diesen Bedingungen fällt es vielen nicht leicht, den Mut zu bewahren und nicht zu verzweifeln.

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